Was ist deine Realität?

Was für eine Frage …
In diesem Beitrag soll es darum gehen, wie verschieden jeder von uns die Welt sieht und sich seine eigene Realität erschafft.
Die Theorie dazu liegt im „Konstruktivismus“ – eine Form (Position) in der Erkenntnistheorie, die verschiedene Strömungen hat, denen doch ein paar Kernpunkte gemeinsam sind.

Nämlich, dass der Fokus immer auf dem Beobachter liegt, nicht auf der Realität. Es liegt die Annahme zugrunde, dass es keine Objektivität und so auch keine objektive Realität gibt. Der Beobachter erschafft diese Wirklichkeit durch seine Wahrnehmung.

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig verrückt, aber die Theorie geht schlicht davon aus, dass es keine „allgemeine Wirklichkeit“ gibt und wir uns unsere ganz eigene Wirklichkeit schaffen, durch unsere Erfahrungen und unser Erleben. Es prägt uns und wir verhalten uns demzufolge im Leben nie entsprechend der Realität, sondern entsprechend unserer Interpretation der Wirklichkeit.

Das gibt uns natürlich auch jederzeit die Möglichkeit, unsere eigene Wirklichkeit zu verändern. Und an unserer Interpretation zu arbeiten. Denn wie das so ist, entstehen genauso auch unsere „Glaubenssätze“. Diese können positiv sein, wie: „Ich kann alles schaffen!“ Oder auch negativ, wie: „Nie halten meine Beziehungen.“
Diese Glaubenssätze beeinflussen unser Tun und natürlich auch unsere Entscheidungen. Und dessen sind wir uns „meistens“ nicht einmal bewusst. Sie generalisieren ein Thema und machen uns das Leben „einfacher“.
Einige dieser Glaubenssätze übernehmen wir schon als Kinder von unseren Eltern, andere „manifestieren“ sich im Laufe unseres Lebens durch unsere Erfahrungen. Durch wiederholt erlebte Dinge bestätigen wir diese „Wahrheit“ des Glaubenssatzes und verstärken diesen, indem wir beginnen uns entsprechend zu verhalten.

Bei positiven Glaubenssätzen ist das nicht schlimm, denn wenn ich überzeugt davon bin, dass ich alles schaffen kann, habe ich solch eine Zuversicht, dass dies in den meisten Fällen auch so sein wird. Ganz anders ist es mit einschränkenden negativen Glaubenssätzen. Sie können unser Leben massiv beeinflussen und hindern uns so daran, uns zu entfalten. Sie können sich auch auf unsere Gesundheit auswirken. Forschungen zeigen, dass zum Beispiel Menschen, die einen Burnout erleiden häufig den Glaubenssatz leben, immer perfekt sein zu müssen und perfekte Leistungen abzuliefern. So treiben sie sich unbewusst in die Überforderung und Erschöpfung.

Schön, wenn wir unseren negativen Glaubenssätzen auf die Schliche kommen und uns selbst auf die Spur. Denn das Verflixte ist, dass wir meistens von diesen Glaubenssätzen nichts wissen. Sie gehören zu unserer Realität und wir hinterfragen sie nicht. Wir verhalten uns so und bekommen von unserer Umwelt den Spiegel und die Reaktionen, die unsere Glaubenssätze bestätigen.

Los werden können wir sie nur, wenn wir sie uns bewusst machen, sie hervorholen und hinterfragen. Wofür warst du einmal gut in meinem Leben? Vielleicht war es das tatsächlich, indem der Glaubenssatz dich vor etwas geschützt hat. Das kannst du würdigen, ihn dann aber auch mit Zweifeln belegen, ob er dir heute noch nützt oder eher schadet. Denn wir wissen ja, dass wir diesen Glaubenssatz in unserer ganz eigenen Realität für uns konstruiert haben – sie sind nicht „wahr“, sondern unser Konstrukt von „wahr“.

Und die gute Nachricht ist: Du kannst diese Glaubenssätze verändern, genauso, wie du sie ja auch konstruiert hast!

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