Krisenmodus on

Es ist also wieder soweit, das Corona-Virus hat uns wieder voll im Griff und ab Montag wird wieder „runtergefahren“ … Das die erste Welle, der Sommer und natürlich auch die zweite Welle (mit Ansage zwar) nicht spurlos an den Menschen vorüber gehen, sieht und hört man täglich. Und das ist auch ganz normal!

Natürlich machen die steigenden Zahlen vielen Menschen Angst, verunsichern und machen auch wütend. Wir wären keine Menschen, wenn dem nicht so wäre. Trotzdem wir uns bereits seit März so verhalten, wie es uns „ab nächste Woche“ wieder geraten wird, merke ich auch in meiner Familie den steigenden Frust und eine gewisse Resignation …

Wir betreuen meine Schwiegereltern, beide über 80 und nicht kerngesund und fit. Natürlich haben wir alle im Hinterkopf, dass wir das Virus dort nicht hinein tragen wollen, aber auch unsere Leben gehen weiter, inklusive Arbeit, Studium etc. und der zeitlichen Mehrbelastung, durch die tägliche Essens- und Gesprächsversorgung der Älteren.
Daher verzichten nicht nur mein Mann und ich, sondern auch unsere noch im Haus lebenden (erwachsenen) Kinder auf viele soziale Kontakte und Interaktionen. Das hinterlässt bei uns allen Spuren.

Vor allem, das habe ich erst wieder im Telefonat mit einem Freund bestätigt gefunden, dieses „Nachdenken“ darüber, ob man denn jetzt dieses oder jenes tun könnte oder dahinter eine „potenzielle Gefahr“ für die Eltern, Schwiegereltern, Omas etc. lauert. Wenn es uns schon so belastet, die wir „fast“ schon Risikogruppe sind und doch zuerst an die Älteren denken, wie geht es dann erst der jungen Generation? Es strengt an, es macht mürbe, manchmal sauer und vor allem so unendlich müde. Und das ist auch ganz in Ordnung so, weil auch das menschlich ist. Wir alle sind keine Maschinen und können unsere Gefühle nicht komplett ausschalten.

Was hilft? Zur Ruhe kommen, sich selbst mal „Durchatmen“ gönnen, raus in die Natur und mir persönlich hilft auch, ganz bewusst die kleinen Augenblicke zu genießen. Tief durchatmen und über das bunte Herbstlaub freuen, was heute auf der Straße tanzt. Die wenigen Sonnenstrahlen genießen und sich freuen über so viel Schönheit.

Gespräche helfen ebenfalls, einfach mal sagen, was ich gerade fühle, was ich jetzt brauche und mir dann auch den Freiraum gönnen und es mir holen. Das habe ich gestern getan, indem ich für unsere Freunde eine kleine „Überraschungs-Tüte“ mit Gin und Tonic gefüllt und ihnen heute einfach so vor die Tür gestellt habe. Mit einer Karte drin, die einlädt sich virtuell zu treffen und mal wieder beisammen zu sein. Als ich sie gepackt habe, hatte ich ein Lächeln im Gesicht und ich freue mich schon auf unseren gemeinsamen Abend. Das hilft.

Vielleicht hast du auch Lust, etwas Neues zu probieren, was dir guttut? Dann tu es einfach!
Und bedenke, wir alle sind momentan in einer Lage, die uns verunsichert und Kraft kostet. Erlaube dir, nicht perfekt zu sein, gestatte dir auch, dass du im Moment vielleicht nicht immer 100 Prozent Leistung bringen kannst. Denn deine Energie ist nicht unendlich und das Leben benötigt gerade einiges davon.

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