Akzeptieren was ist

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Haben wir vielleicht verlernt Dinge einfach mal „hinzunehmen“?

Akzeptanz ist (lebens)notwendig. Wenn wir Umstände und Gegebenheiten nicht bereit sind zu akzeptieren, sind wir dauergestesst. Natürlich müssen wir nicht alles und jeden sofort akzeptieren. Aber bei einigen Dingen ist das tatsächlich im Leben unumgänglich und manchmal auch notwendig.

Schmerzliche Dinge zu akzeptieren erfordert ein Stück weit menschliche Reife und auch die Erfahrung, dass eben nicht jedes Problem (sofort) lösbar ist.

Mit Enttäuschungen umzugehen lernen wir bereits im Kindesalter. Wenn ein Kind ein „Nein“ erst einmal nicht akzeptieren will und sich schreiend auf den Boden wirft, ist es tatsächlich sehr unglücklich. Kinder wachsen in der Regel in dem Wissen auf bedingungslos geliebt zu werden und Wünsche und Bedürfnisse werden befriedigt.
Irgendwann kommt dann der Tag, an dem das nicht passiert. Die erste Enttäuschung, die akzeptiert werden will … Das ist schwer und traurig. Denn in der kindlichen Welt ist „verlieren“ nicht vorgesehen.
Mit der Zeit lernen Kinder, dass nicht immer alles „glatt und wie gewünscht“ laufen kann und manche Dinge schlicht hingenommen werden müssen. Und sie lernen auch mit Enttäuschungen umzugehen.

Vielen Menschen fällt es heutzutage auch im Erwachsenenalter noch schwer mit Enttäuschungen umzugehen und die damit verbundenen Gefühle auszuhalten. Es ist nicht schön, Verlust zu verkraften, Unsicherheiten auszuhalten und eben auch mit unangenehmen Gefühlen umzugehen. Hier ist dann Akzeptanz gefordert.
Geht es uns heute, hier in unserer Welt, zu gut? Können viele von uns deshalb Dinge nicht mehr akzeptieren, einfach hinnehmen. Ohne einen Shitstorm auszulösen, zu jammern, jemanden zu verklagen oder sich beleidigt zurück zu ziehen?

Wir erleben täglich, wie Probleme, die noch vor 20 Jahren unlösbar schienen heute mit technischen Mitteln oder einfach erklärt, dem „Fortschritt“ lösbar sind. Das rüttelt an dem Willen, Dinge einfach akzeptieren zu müssen.
Vielleicht gibt es ja doch eine Lösung? Wir „googeln uns unsere Probleme weg“ könnte man fast sagen. Es ist nämlich wirklich so, dass es für manch ein Problem irgendwo dann doch eine Lösung gibt. Wir wussten es nur noch nicht.
Mir fällt da manchmal der Spruch ein: „Was nicht passt, wird passend gemacht.“

Aber dann gibt es eben Dinge, wie so eine Pandemie (oder auch den Klimawandel), die kann man nicht mal eben „passend machen“. Da müssen wir als Einzelne und auch als Gesellschaft Unsicherheiten aushalten.
Das fällt schon ohne Pandemie schwer. Aber gerade jetzt, in dieser Pandemie, gibt es seit zwei Jahren so viele Unwägbarkeiten, Überraschungen und Entwicklungen, die immer wieder Unsicherheiten und damit auch unangenehme Gefühle auslösen.
Niemand kann sagen, wann die Pandemie vorbei sein wird. Wir hoffen. Aber wissen?
Wird Omikron die letzte große Welle sein? Sollen wir aufgeben, wo es doch jetzt heißt: „Jeder wird sich jetzt anstecken …“ Wann gibt es eine angepasste Impfung? Wird es dann wieder so schwierig werden eine Dosis zu bekommen? Hilft sie uns dann denn noch? Was passiert weltweit? Hätten wir nicht doch besser auf NoCovid setzen sollen? Oder sollten wir einfach jetzt mal aufhören mit den ganzen Beschränkungen? Wird es denn jemals „vorbei“ sein? Wie sieht dann unser „new normal“ aus?

Diese Pandemie zwingt uns dazu uns einzuschränken. Uns mit den Unwägbarkeiten zu arrangieren – sie zu akzeptieren. Das fällt schwer und ein Teil der Gesellschaft, meint trotzig: „Muss ich nicht!“ Und schreit laut auf der Straße oder verweigert sich der Impfung. Vielleicht haben diese Menschen ja nicht gelernt damit umzugehen. Gefühle der Unsicherheit auszuhalten. Sie haben Angst und begegnen diesem Gefühl mit Verweigerung und Trotz. Wie kleine Kinder? Natürlich ist das jetzt sehr überspitzt gesagt und trifft sicherlich nicht auf alle zu.

Wir alle sind müde und ausgelaugt, weil es ein Ereignis ist, mit dem wir noch nie konfrontiert waren. Sich einzugestehen: „Das ist jetzt so. Ich muss die Situation hinnehmen und schauen wie ich damit umgehe.“ Das kann auch wieder Handlungsmöglichkeiten schaffen. Und die Akzeptanz eröffnet neue Möglichkeiten sich der Situation zu stellen.
Gegen Tatsachen können wir nicht „gewinnen“. In den letzten beiden Jahren wurde das Virus geleugnet und verharmlost. Aber es ist noch hier. Wir entkommen der Realität nicht. Punkt.

Wir leben in einer modernen Welt und sind es gewohnt, dass es „immer“ eine Lösung gibt. Nun stehen wir vor dieser Wand und müssen anerkennen, dass wir dafür die „ideale Lösung“ (noch) nicht gefunden haben.
Viele Menschen sind persönlich „gekränkt“ und noch mehr fühlen sich hilflos und ausgeliefert. Ja, auch der Politik, die gerade scheinbar auf „Durchseuchung“ setzt und damit nun auch teilweise die Menschen verliert, welche sich bisher ohne trotzig zu werden eingeschränkt haben. Die Regeln befolgten, zumeist bevor diese Regeln festgeschrieben wurden … Denn auch diese Menschen, und ich zähle mich hier mit, sind gerade enttäuscht von der „gelebten Hilflosigkeit“ der Landes- und Bundesregierung im Angesicht von Omikron.
Auch ich muss jetzt mit dieser Enttäuschung umgehen.

Akzeptanz ist nicht eine Entscheidung des Willens. „Ich will das jetzt akzeptieren.“ – Die Wut, die Kränkung, den Verlust etc.
Da kommen Gefühle in uns hoch, wenn wir diesen Satz sagen. Wir müssen diese Gefühle annehmen, damit umgehen lernen und den Verlust, vielleicht das Verlieren, akzeptieren. Genau das, können wir manchmal nicht. Wir können mit Enttäuschung nicht gut umgehen und ich glaube, viele Menschen haben das richtig aktiv VERLERNT.
Unsicherheiten aushalten ist nicht unser Ding. Etwas nicht planen zu können, nicht aktiv lenken fällt uns furchtbar schwer.

Akzeptieren und Entscheiden heißt immer auch, es gibt nicht nur das Schöne, sondern auch etwas drumherum. Erwachsene Entscheidungen treffe ich immer genau in diesem Bewusstsein.
Akzeptieren heißt nicht, dass mir das gefällt und auch nicht, dass dies jetzt ewig so sein wird.
Im Hier und Jetzt bedeutet es aber. WAS IST, DAS IST.

Akzeptanz üben und schauen, wie du mit den negativen Gefühlen von Enttäuschungen in deinem Leben umgehen kannst, dass sie nicht in Kränkung und Wut hängen bleiben, können wir im Coaching. Wie gehst du damit um und wie meisterst du solche Situationen?

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